Es war einmal ein Müller, der war arm, aber er hatte eine schöne Tochter. Nun traf es sich, dass der Müller mit dem König zu sprechen kam, und um sich ein Ansehen zu geben, sagte er zu ihm: „ich habe eine Tochter, die kann Stroh zu Gold spinnen.“
Der König sprach zum Müller, „das ist eine Kunst, die mir wohl gefällt. Wenn deine Tochter so geschickt ist, wie du sagst, so bring sie morgen in mein Schloss, da will ich sie auf die Probe stellen.“ Als nun das Mädchen zu ihm gebracht ward, nahm er sie mit auf sein Schloss und führte sie in eine Kammer, die lag ganz voll Stroh, gab ihr Rad und Haspel und sprach „jetzt mache dich an die Arbeit, und wenn du diese Nacht durch bis morgen früh dieses Stroh nicht zu Gold versponnen hast, so musst du sterben.“ Darauf schloss er die Kammer selbst zu und sie blieb allein darin.
Deutung: Da saß nun die arme Müllerstochter und wusste um ihr Leben keinen Rat: sie verstand gar nichts davon, wie man Stroh zu Gold spinnen konnte, und ihre Angst ward immer größer, als sie endlich zu weinen anfing. Da ging auf einmal die Türe auf, und trat ein kleines Männlein herein …
Dieses kecke Rumpelstilzchen, sein geheimnisvoller Tanz ums Feuer, der fast mystisch anmutende Spruch: „Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen hol ich der Königin ihr Kind ….“ und die spannende Suche nach seinem Namen hat Generationen von Märchenliebhabern begeistert. Aber ob das zwiespältige – mitleidige wie fordernde – Wesen des Rumpelstilzchens jemals wirklich verstanden wurde? Dieses Märchen wirft viele Fragen auf – und gibt vielleicht eine Antwort: Wer den Namen einer „bösen Macht“ kennt, wer sich also einen Begriff von davon machen kann, hat schon halb gewonnen. Erkennen macht frei. So erlebt es zumindest die junge Königin, die ihr Kind schließlich doch behalten darf.
Es lebte einmal ein König und eine Königin, die waren reich und hatten alles, was sie sich wünschten, nur keine Kinder. Endlich erfüllte Gott ihre Wünsche; als das Kind aber zur Welt kam, sah’s nicht aus wie ein Menschenkind, sondern war ein junges Eselein. Wie die Mutter das erblickte, fing ihr Jammer und Geschrei erst recht an, sie hätte lieber gar kein Kind gehabt als einen Esel. Der König aber sprach: „Hat Gott ihn gegeben, soll er auch mein Sohn und Erbe sein.“ Also ward das Eselein aufgezogen. Es war fröhlicher Art, sprang herum, spielte und hatte besonders seine Lust an der Musik, so dass es zu einem berühmten Spielmann ging und sprach: „Lehre mich deine Kunst, dass ich so gut die Laute schlagen kann als du.“
Deutung: Ein König und eine Königin bekommen endlich das langersehnte Kind – doch zum Entsetzen der Mutter ist es kein Menschenkind, sondern ein kleines Eselein. Während die Mutter mit dem Schicksal noch hadert und jammert, sie hätte lieber gar kein Kind gehabt als einen Esel, fügt sich der Vater in Gottes Willen und achtet den Sohn trotz seiner Tiergestalt als seinen rechtmäßigen Thronfolger.
Und das Eselein selbst?
Im Märchen heißt es, es war fröhlicher Art und hatte seine besondere Freude an der Musik. Es fühlt nichts Falsches an seiner Natur und verlebt unbekümmert die Jahre seiner Kindheit. Es lernt sogar, die Laute zu spielen – übt fleißig und beharrlich, bis es das Instrument so gut wie sein Meister beherrscht.
Noch ist es eins mit sich und der Welt, noch lebt es ohne Zweifel und Selbstkritik und geht ganz in seinem Wesen auf. Aber wie bei vielen Heranwachsenden während der Pubertät erkennt auch das Eselein im Verlauf der Geschichte, dass es anders als alle anderen ist – und das verunsichert, macht einsam und traurig. Es zieht in seinem Kummer von zuhause fort, hinaus in die Welt.
Doch das „junge Herrlein“ hatte ja in frühen Jahren das Glück, sich mit seinem besonderen Talent verbinden zu können – oder anders ausgedrückt: Es hatte Gelegenheit, seine Einzigartigkeit auf positive Weise zu erfahren und zu entwickeln. Das gibt ihm schließlich die Selbstsicherheit und den Mut, an den Hof eines fremden Königs zu gehen und Einlass zu begehren.
Es weiß von sich, dass es „kein gewöhnliches Stalleselein“ ist und fordert, was ihm seiner Meinung nach zusteht: niemand Geringeres als die Königstochter. Auch die junge Prinzessin stößt sich nicht an seiner Eselsgestalt, auch sie nimmt ihn, wie er ist – und so kann er – zunächst nur in der Dunkelheit der Nacht, im Verborgenen – letztendlich aber dauerhaft sein, was er in der Tiefe seines Wesens immer schon ist: ein schöner Königssohn. „Nun siehst du,“ sprach er, „wer ich bin, und siehst auch, dass ich deiner nicht unwert war.“
So lässt sich das Märchen als Bild für eine Entwicklungsgeschichte sehen, als Beispiel für eine besonders gut gelungene Selbstfindung durch bedingungslose Annahme und Selbstannahme des Protagonisten. Und es ist fast nicht anders denkbar, als dass letztlich „der gute Anfang auch ein gutes Ende nimmt“. Der Prinz und seine Braut leben fortan in aller Herrlichkeit.
Es war einmal ein Mann, der machte Töpfe aus Ton und trug sie in einem Sack auf den Markt, dort wollte er sie verkaufen. Der Sack aber hatte ein Loch, und als er über eine Wiese ging, so kullerte ein Topf heraus. Der Mann merkt das gar nicht, und er setzt seinen Weg in die Stadt fort.
Nun kommen nach und nach viele Tiere aus Wald und Feld und machen es sich in dem verlorenen Töpfchen gemütlich. Dort, in ihrem neuen „Schlösschen“, leben sie zunächst friedlich miteinander. Aber bleibt das auch so, als ein Fuchs anklopft und auch drin wohnen möchte? Und dann auch noch ein hungriger Wolf? Und zuletzt gar ein dicker, brauner Bär?
Es lebte einmal ein König und eine Königin, die waren reich und hatten alles, was sie sich wünschten, nur keine Kinder. Endlich erfüllte Gott ihre Wünsche; als das Kind aber zur Welt kam, sah’s nicht aus wie ein Menschenkind, sondern war ein junges Eselein. Wie die Mutter das erblickte, fing ihr Jammer und Geschrei erst recht an, sie hätte lieber gar kein Kind gehabt als einen Esel. Der König aber sprach: „Hat Gott ihn gegeben, soll er auch mein Sohn und Erbe sein.“ Also ward das Eselein aufgezogen. Es war fröhlicher Art, sprang herum, spielte und hatte besonders seine Lust an der Musik, so dass es zu einem berühmten Spielmann ging und sprach: „Lehre mich deine Kunst, dass ich so gut die Laute schlagen kann als du.“
Deutung: Ein König und eine Königin bekommen endlich das langersehnte Kind – doch zum Entsetzen der Mutter ist es kein Menschenkind, sondern ein kleines Eselein. Während die Mutter mit dem Schicksal noch hadert und jammert, sie hätte lieber gar kein Kind gehabt als einen Esel, fügt sich der Vater in Gottes Willen und achtet den Sohn trotz seiner Tiergestalt als seinen rechtmäßigen Thronfolger.
Und das Eselein selbst?
Im Märchen heißt es, es war fröhlicher Art und hatte seine besondere Freude an der Musik. Es fühlt nichts Falsches an seiner Natur und verlebt unbekümmert die Jahre seiner Kindheit. Es lernt sogar, die Laute zu spielen – übt fleißig und beharrlich, bis es das Instrument so gut wie sein Meister beherrscht.
Noch ist es eins mit sich und der Welt, noch lebt es ohne Zweifel und Selbstkritik und geht ganz in seinem Wesen auf. Aber wie bei vielen Heranwachsenden während der Pubertät erkennt auch das Eselein im Verlauf der Geschichte, dass es anders als alle anderen ist – und das verunsichert, macht einsam und traurig. Es zieht in seinem Kummer von zuhause fort, hinaus in die Welt.
Doch das „junge Herrlein“ hatte ja in frühen Jahren das Glück, sich mit seinem besonderen Talent verbinden zu können – oder anders ausgedrückt: Es hatte Gelegenheit, seine Einzigartigkeit auf positive Weise zu erfahren und zu entwickeln. Das gibt ihm schließlich die Selbstsicherheit und den Mut, an den Hof eines fremden Königs zu gehen und Einlass zu begehren.
Es weiß von sich, dass es „kein gewöhnliches Stalleselein“ ist und fordert, was ihm seiner Meinung nach zusteht: niemand Geringeres als die Königstochter. Auch die junge Prinzessin stößt sich nicht an seiner Eselsgestalt, auch sie nimmt ihn, wie er ist – und so kann er – zunächst nur in der Dunkelheit der Nacht, im Verborgenen – letztendlich aber dauerhaft sein, was er in der Tiefe seines Wesens immer schon ist: ein schöner Königssohn. „Nun siehst du,“ sprach er, „wer ich bin, und siehst auch, dass ich deiner nicht unwert war.“
So lässt sich das Märchen als Bild für eine Entwicklungsgeschichte sehen, als Beispiel für eine besonders gut gelungene Selbstfindung durch bedingungslose Annahme und Selbstannahme des Protagonisten. Und es ist fast nicht anders denkbar, als dass letztlich „der gute Anfang auch ein gutes Ende nimmt“. Der Prinz und seine Braut leben fortan in aller Herrlichkeit.
Es lebte einmal ein König und eine Königin, die waren reich und hatten alles, was sie sich wünschten, nur keine Kinder. Endlich erfüllte Gott ihre Wünsche; als das Kind aber zur Welt kam, sah’s nicht aus wie ein Menschenkind, sondern war ein junges Eselein. Wie die Mutter das erblickte, fing ihr Jammer und Geschrei erst recht an, sie hätte lieber gar kein Kind gehabt als einen Esel. Der König aber sprach: „Hat Gott ihn gegeben, soll er auch mein Sohn und Erbe sein.“ Also ward das Eselein aufgezogen. Es war fröhlicher Art, sprang herum, spielte und hatte besonders seine Lust an der Musik, so dass es zu einem berühmten Spielmann ging und sprach: „Lehre mich deine Kunst, dass ich so gut die Laute schlagen kann als du.“
Deutung: Ein König und eine Königin bekommen endlich das langersehnte Kind – doch zum Entsetzen der Mutter ist es kein Menschenkind, sondern ein kleines Eselein. Während die Mutter mit dem Schicksal noch hadert und jammert, sie hätte lieber gar kein Kind gehabt als einen Esel, fügt sich der Vater in Gottes Willen und achtet den Sohn trotz seiner Tiergestalt als seinen rechtmäßigen Thronfolger.
Und das Eselein selbst?
Im Märchen heißt es, es war fröhlicher Art und hatte seine besondere Freude an der Musik. Es fühlt nichts Falsches an seiner Natur und verlebt unbekümmert die Jahre seiner Kindheit. Es lernt sogar, die Laute zu spielen – übt fleißig und beharrlich, bis es das Instrument so gut wie sein Meister beherrscht.
Noch ist es eins mit sich und der Welt, noch lebt es ohne Zweifel und Selbstkritik und geht ganz in seinem Wesen auf. Aber wie bei vielen Heranwachsenden während der Pubertät erkennt auch das Eselein im Verlauf der Geschichte, dass es anders als alle anderen ist – und das verunsichert, macht einsam und traurig. Es zieht in seinem Kummer von zuhause fort, hinaus in die Welt.
Doch das „junge Herrlein“ hatte ja in frühen Jahren das Glück, sich mit seinem besonderen Talent verbinden zu können – oder anders ausgedrückt: Es hatte Gelegenheit, seine Einzigartigkeit auf positive Weise zu erfahren und zu entwickeln. Das gibt ihm schließlich die Selbstsicherheit und den Mut, an den Hof eines fremden Königs zu gehen und Einlass zu begehren.
Es weiß von sich, dass es „kein gewöhnliches Stalleselein“ ist und fordert, was ihm seiner Meinung nach zusteht: niemand Geringeres als die Königstochter. Auch die junge Prinzessin stößt sich nicht an seiner Eselsgestalt, auch sie nimmt ihn, wie er ist – und so kann er – zunächst nur in der Dunkelheit der Nacht, im Verborgenen – letztendlich aber dauerhaft sein, was er in der Tiefe seines Wesens immer schon ist: ein schöner Königssohn. „Nun siehst du,“ sprach er, „wer ich bin, und siehst auch, dass ich deiner nicht unwert war.“
So lässt sich das Märchen als Bild für eine Entwicklungsgeschichte sehen, als Beispiel für eine besonders gut gelungene Selbstfindung durch bedingungslose Annahme und Selbstannahme des Protagonisten. Und es ist fast nicht anders denkbar, als dass letztlich „der gute Anfang auch ein gutes Ende nimmt“. Der Prinz und seine Braut leben fortan in aller Herrlichkeit.